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Anjj macht „Musik aus dem Herzen heraus“

VON RUDOLPH GREUEL, 24.08.06, 07:07h
„Jedes Lied kommt aus meinem Herzen“, sagt sie. Verträumte Augen hat sie. Wenn sie die Saiten ihrer Gitarre zupft, ihr mal laute, mal leise Töne entlockt, kann man nachvollziehen, dass ihr nicht nur die Menschen auf Hawaii, meist in Waikiki, gespannt zuhören.

Anjj Lee nennt sie sich mit Künstlernamen, lebt seit Kindesbeinen auf der idyllischen Südsee-Insel, hat aber ihren familiären Ursprung in der Kurstadt Bad Münstereifel. 2005 produzierte sie ihre erste CD mit dem Titel „Sunshine of mine“. Und nun ist sie hier und tut das, was ihr am meisten Spaß macht: Sie gibt Solokonzerte.

In Gerolstein war sie bereits und in Arloff beim Fest im „Laguna-Grill“. Am morgigen Freitag tritt sie in Kreuzweingarten im „Alten Brauhaus“ auf (20 Uhr), am Samstag dann in Frankfurt.

„Anjj Lee“ heißt eigentlich Angela Elbern . An diesen Namen erinnern sich sicher noch viele Menschen in Bad Münstereifel und dem Höhengebiet. Denn Angela hatte sehr bekannte Großeltern. Ihre Oma Gerda Hofmann-Elbern war in den 30er und 40er Jahren eine sehr bekannte Opernsängerin mit Engagement in Frankfurt / Oder.

In den Kriegsjahren erhöhte sich ihr Bekanntheitsgrad auch aufgrund der vielen Konzerte, die sie vor Soldaten gab. Ihr Großvater Paul Elbern hat sich nach dem Krieg in Bad Münstereifel und darüber hinaus einen Ruf als kritischer Journalist erworben. Er war mehrere Jahrzehnte für die Kölnische Rundschau als Lokalberichterstatter tätig. Doch wie kam sie nach Ohau, Hawaii?

„Mein Vater ist schon als junger Mann viel durch die Welt gereist und hat alle möglichen Jobs gehabt. So auch als Taxifahrer in New York, wo er meine Mutter kennen lernte“, erzählt sie. Als Kleinkind kam sie bereits nach Münstereifel zu Besuch, als Elfjährige erneut, ging auch einige Monate in der Kurstadt zur Hauptschule und lernte Freundinnen kennen, mit denen sie heute noch Kontakt hat.

Angela Elbern studierte auf Hawaii und belegte auch das Fach Gitarre. Und mit dieser Gitarre (bei Konzerten) sowie als Fotografin für die amerikanische Air Force verdient sie ihren Lebensunterhalt. Vier Mal wöchentlich lockt sie ihre Zuhörer an - an Stränden und in Bars, da, wo Atmosphäre herrscht.

Anjj Lee textet und komponiert ihre Lieder aus einer träumerischen Stimmung heraus, meist entstehen die Melodien zuerst und die Texte folgen spontan - Texte zum Träumen, Musik zum Träumen - „voller Gefühl aus dem Herzen heraus“, wie sie sagt.

Diese Gefühle können auch Frustration oder Schmerz sein, für sie nichts Schlimmes, denn „wer den Schmerz nicht kennt, weiß nicht, was Liebe ist.“

Angela begann bereits mit sechs Jahren, eigene Lieder zu schreiben. Sie sang als Kind in Chören, studierte dann Oper und Klassik-Gitarre. Sang bei verschiedenen Bands, bevor sie sich selbstständig machte und auch bei Beachfestivals ihre eigenen Lieder vortragen konnte: Für knapp zwei Stunden reicht ihr Repertoire. „Fremde“ Musik integriert sie in ihre Auftritte, sofern diese Musik „passt“.

Anjj Lee, die sehr gut Deutsch spricht, hat als einzigen deutschen Titel Nenas „99 Luftballons“ im Repertoire und möchte gern lustige deutsche Titel dazu nehmen, „etwas aus dem Karneval“, den sie so interessant findet.

Sie liebt den engen Kontakt zum Publikum, wie er in Bars, Restaurants oder Hotels nun mal ist. Und sie hofft, diesen Kontakt auch am Freitag in Kreuzweingarten im „Alten Brauhaus“ zu finden.

Dann wird sie über Frankfurt und Los Angeles wieder in ihre Heimat fliegen - nach Hawaii.
http://www.rundschau-online.de/jkr/artikel.jsp?id=1156335646330